CMS Performance Ranking 2025: Core Web Vitals Gewinner

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Wenn man sich aktuelle Web-Performance-Daten anschaut, merkt man schnell: nicht alle Content-Management-Systeme (CMS) sind gleich geschaffen – zumindest nicht, wenn man sie durch die Brille der Core Web Vitals betrachtet. Die neuesten Daten aus dem November 2025 zeigen ein erstaunlich deutliches Gefälle zwischen offenen Open-Source-Systemen und geschlossenen, proprietären Plattformen. Als jemand, der seit Jahren Webseiten optimiert, überrascht mich das ehrlich gesagt nicht – aber die Größenordnung des Unterschieds ist bemerkenswert.

Warum Core Web Vitals überhaupt zählen

Core Web Vitals – kurz CWV – sind Googles Versuch, die Nutzerwahrnehmung technischer Performance greifbar zu machen. Es geht um drei zentrale Kennzahlen: wie schnell eine Seite geladen wird, wie stabil sie beim Laden bleibt und wie reaktionsfreudig sie sich anfühlt. Diese Werte spiegeln keine theoretischen Labormessungen wider, sondern das tatsächliche Erlebnis realer Menschen im Browser. Wenn du also einen Onlineshop betreibst oder ein Corporate-Portal, dann beeinflusst ein unterschätztes Millisekundenspiel direkt deine Conversions, deine Absprungrate und letztlich auch deine Einnahmen.

Ich habe es selbst in Projekten erlebt: Ein Website-Relaunch mit Fokus auf CWV kann Verkaufsabschlüsse spürbar steigern. Google mag die Daten zwar offiziell als „milden Rankingfaktor“ einstufen, aber für die Nutzererfahrung – und damit für deinen geschäftlichen Erfolg – sind sie eindeutig wesentlich.

Wie die Daten zustande kommen

Die Zahlen, auf die sich die Auswertung stützt, stammen aus zwei öffentlichen Datenquellen. Zum einen aus dem Chrome UX Report (CrUX), der anonymisierte Messungen echter Chrome-Nutzer enthält, die ihre Nutzerdaten freigeben. Zum anderen aus dem HTTP Archive, einem offenen Projekt, das regelmäßig Seiten im Labor testet und technische Best Practices überprüft. Zusammengenommen ergibt das ein ziemlich belastbares Bild davon, wie CMS-Plattformen „draußen in freier Wildbahn“ performen – jenseits von optimierten Demo-Installationen.

Die Rangliste – November 2025

Und hier wird’s interessant. Das Ranking zeigt, dass geschlossene Systeme, also proprietäre Website-Baukästen, auf breiter Front besser abschneiden als Open-Source-CMS.

Duda – die unangefochtene Nummer Eins

Mit einer beeindruckenden Quote von 84,87 % aller Websites, die die Core Web Vitals bestehen, steht Duda wie schon in den Vorjahren an der Spitze. Das ist schon fast eine Liga für sich: Mehr als vier von fünf Duda-Seiten sind „grün“ in Googles Messsystem. Hinter diesem Ergebnis steckt wohl ein stark zentralisiertes System mit klaren Vorgaben für Layouts, Medien-Handling und Script-Management. Der Anbieter kontrolliert die technische Basis, und das zahlt sich aus.

Wix auf Platz Zwei

Nur knapp dahinter folgt Wix mit 74,86 %. Ein stabiles Ergebnis, wenn man bedenkt, dass der Abstand zur Nummer Eins nur rund zehn Prozentpunkte beträgt. Wix hat in den letzten Jahren massiv in Performance-Optimierung, automatisiertes Lazy Loading und Bildkomprimierung investiert – und es scheint Früchte zu tragen.

Squarespace hält Position Drei

70,39 % der Squarespace-Seiten bestehen laut Bericht die CWV-Kriterien. Damit ordnet sich das System dicht hinter Wix ein und bleibt deutlich vor den Open-Source-Konkurrenten. Für eine Plattform, die stark auf Design und visuelle Konsistenz setzt, ist das eigentlich bemerkenswert; denn meist sind es gerade optische Spielereien, die Performance kosten.

Drupal solide auf Platz Vier

63,27 % sehen auf den ersten Blick nicht schlecht aus, doch im Kontext zeigen sie, dass selbst Drupals technisches Rückgrat den Vorsprung der proprietären Systeme nicht aufholen kann. Das liegt vermutlich an der hohen Freiheit, die Drupal bietet – Freiheit bringt Verantwortung, und viele Nutzer optimieren ihre Installationen nicht konsequent.

Joomla – Platz Fünf

Mit 56,92 % schafft Joomla immerhin noch, dass mehr als die Hälfte der Seiten die Core Web Vitals bestehen. Trotzdem wirkt der Abstand nach oben beträchtlich. Die Plattform lebt stark von Community-Plugins, was die Performance sehr unterschiedlich ausfallen lässt.

WordPress – Schlusslicht des Rankings

WordPress landet am unteren Ende: 46,28 % der getesteten Seiten bestehen die CWV. Fast jede zweite Seite fällt also durch. Das ist, zugegeben, ein ernüchternder Anblick, insbesondere weil WordPress auch 2025 noch den Löwenanteil des Webs betreibt. Der Abstand zu Joomla beträgt rund zehn Prozentpunkte, zum Spitzenreiter Duda sogar knapp 39 %. Und ehrlich: Das ist nicht einfach statistisches Rauschen – das ist eine echte Kluft.

Warum das beunruhigend ist

Man kann es sich leicht machen und sagen, dass das bei WordPress alles an den Anwendern liegt – schließlich kann jeder nach Belieben Themes und Plugins installieren, Scripte übereinander schichten und Medien unsauber einbinden. Doch irgendwann stellt sich die Frage, ob das System selbst genug Leitplanken bietet. Vielleicht ist es an der Zeit, dass WordPress strenger bestimmte Qualitätsstandards für Erweiterungen einfordert oder ein echtes Zertifizierungssystem für Performance-konforme Themes schafft.

Ich erinnere mich an einen Kunden, bei dem wir 80 Plugins gezählt haben – teils veraltet, teils mit Inline-Scripts, die den Largest Contentful Paint ruinierten. Nach einer Bereinigung lief dieselbe Seite doppelt so schnell. Das zeigt: Es geht nicht um WordPress als solches, sondern um seine Offenheit – und wie diszipliniert man als Betreiber damit umgeht.

Was das Ranking über die Plattformen verrät

Der Vergleich stützt im Grunde eine intuitive These: Zentral gesteuerte Systeme können Performance besser garantieren. Duda, Wix oder Squarespace kontrollieren alle Komponenten – vom Template bis zum Rendering und Caching. Dadurch entstehen weniger Ausreißer. Open Source dagegen delegiert Verantwortung an Millionen Einzelakteure. Wer pflegt die Themes, wer optimiert die Plugins, wer sorgt dafür, dass sie zusammenspielen? In der Praxis kümmert sich oft niemand konsequent darum.

Das erklärt, warum die proprietären Systeme durchschnittlich bessere CWV-Werte bieten, obwohl Open Source theoretisch alle Mittel dazu hätte. Man könnte sagen: Es ist weniger eine Frage der Technik, sondern der Governance.

Was Core Web Vitals wirklich für SEO bedeuten

Viele SEOs debattieren, ob die Wahl des CMS direkte Auswirkungen auf Rankings hat. Meine Erfahrung: Nein – nicht unmittelbar. Du kannst auf jeder Plattform ranken, wenn du saubere Inhalte, klare Struktur und ordentliches Crawling-Setup hast. Aber: Eine langsame Seite schwächt Nutzersignale, vor allem die Verweildauer und Absprungrate, und das hat natürlich mittelbar Effekte.

Core Web Vitals selbst sind nur ein kleiner Teil im Ranking-Mix. Google sagt das selbst. Aber sie sind ein klarer Indikator dafür, wie sehr du deine Nutzer respektierst. Insofern: Wer CWV ignoriert, riskiert, die Geduld seines Publikums zu verlieren – und das ist relevanter als jedes technische Ranking-Signal.

Ein Gedanke zur Wahrnehmung

Interessanterweise begegnet man oft dem Argument, dass WordPress „SEO-freundlicher“ sei als Baukästen. Stimmt teilweise – die Flexibilität ist riesig. Doch Leistung und SEO-Freundlichkeit sind keine Synonyme. Wenn du technische Kontrolle behältst, kannst du aus einem WordPress-Blog eine Rennmaschine machen. Aber wer einfach ein Theme aus dem Katalog installiert und 15 Plugins stapelt, produziert eher einen Bleiklumpen als einen Sportwagen.

Was man aus den Ergebnissen lernen kann

Was mir an diesem Bericht gefällt: Er beleuchtet nicht den Einzelfall, sondern die Gesamtqualität des Ökosystems. Dass Duda, Wix und Squarespace seit Jahren konstant vorn liegen, ist kein Zufall. Sie investieren laufend in Optimierung – unsichtbar für Endnutzer, aber deutlich messbar in den Daten. Die Open-Source-Communitys dagegen kämpfen eher darum, Kompatibilität zu wahren, was Innovationen oft bremst.

Wenn du also gerade vor der Wahl eines CMS stehst, solltest du nicht nur auf Funktionsumfang oder Preis schauen. Frag dich: Wie gut wird das System langfristig gewartet? Wie leicht ist es, schnell zu bleiben – auch wenn du mal keine Lust hast, Plugins zu updaten? Bei den geschlossenen Systemen bekommst du weniger Freiheit, aber dafür *Performance als Service*. Bei Open Source bekommst du absolute Freiheit – inklusive der Freiheit, alles falsch zu machen.

Ein realistischer Blick für 2026

Ich vermute, dass sich dieses Muster auch 2026 fortsetzen wird. Duda dürfte seine Spitzenposition behalten, einfach, weil sie Performance als Verkaufsargument begreifen. WordPress wird sich weiter schwer tun, solange es keine verbindlichen Qualitätskriterien gibt. Die Core Web Vitals werden zwar nicht über Ranking-Erfolg oder -Misserfolg entscheiden, aber sie zeigen, wer seine Plattform technisch im Griff hat.

Vielleicht wird die Open-Source-Welt irgendwann reagieren und Performance-Zertifizierungen für Themes oder Plugins einführen. Das wäre ein Schritt in die richtige Richtung. Doch bis dahin bleibt das Wettrennen unausgeglichen.

Mein Fazit

Core Web Vitals sind das Thermometer für die Gesundheit des Webs. Und aktuell zeigt es: proprietäre Plattformen haben Fieberfreiheit, Open Source eher Temperatur. Das liegt weniger an mangelndem Können, sondern an Strukturen – wer zentral arbeitet, kann schneller und konsistenter optimieren. Wer dezentral ist, lebt in Vielfalt, aber auch in Chaos.

Wenn du dein CMS wählst, denke also nicht nur an Plugins oder Themes, sondern an Langzeitpflege, Update-Politik und Optimierungsaufwand. Geschwindigkeit ist keine Selbstverständlichkeit – sie ist eine Entscheidung.

Und eines kann man mit Sicherheit sagen: Nutzer merken den Unterschied, selbst wenn Google es (noch) nicht mit Punkten in den SERPs belohnt.

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Tom Brigl, Dipl. Betrw.

Ich bin SEO-, E-Commerce- und Online-Marketing-Experte mit über 20 Jahren Erfahrung – direkt aus München.
In meinem Blog teile ich praxisnahe Strategien, konkrete Tipps und fundiertes Wissen, das sowohl Einsteigern als auch Profis weiterhilft.
Mein Stil: klar, strukturiert und verständlich – mit einem Schuss Humor. Wenn du Sichtbarkeit und Erfolg im Web suchst, bist du hier genau richtig.

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