CMS Performance Vergleich: Duda top WordPress fällt ab

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Manchmal lohnt es sich, die nackten Zahlen einfach auf sich wirken zu lassen. Wenn du dir anschaust, wie unterschiedlich gängige Content-Management-Systeme in Sachen Core Web Vitals abschneiden, erschrickt man fast. Laut den neuesten Daten von November 2025 trennt das leistungsstärkste System geradezu Welten vom schwächsten: über 38 Prozentpunkte Unterschied zwischen dem Spitzenreiter Duda und dem Schlusslicht WordPress. Für mich ist das mehr als nur Statistik – es ist ein Spiegel dessen, wie Designentscheidungen, Technologien und Prioritäten einer Plattform auf die echte Nutzererfahrung durchschlagen.

Warum Core Web Vitals ein Gradmesser geworden sind

Wenn Google Metriken entwickelt, die Nutzererfahrung messbar machen wollen, dann ist das schon per se spannend. Core Web Vitals (CWV) erfassen, wie schnell eine Seite lädt, wie stabil sie sich beim Scrollen verhält und wie rasch sie auf Interaktionen reagiert. Im Prinzip geht es darum, ob sich eine Website „leicht“ anfühlt – oder ob sie träge ist, flackert, und dich schon beim ersten Klick nervt. Aus meiner Erfahrung: Menschen verzeihen vieles, aber keine Seiten, die sich wie Kaugummi ziehen. Google belohnt schnellere, saubere Seiten nicht radikal mit Ranking-Vorteilen – aber Nutzer tun es, indem sie länger bleiben oder wiederkommen.

Die Crux dabei ist, dass CWV eigentlich keine geheimnisvolle Disziplin ist. Sie spiegeln technische Sauberkeit, schlanken Code, vernünftiges Caching, solides Hosting – kurzum: Professionalität. Deshalb zeigen Core Web Vitals auch so schön, wie unterschiedlich Systeme in der Praxis gepflegt werden. Und genau das hat der aktuelle Technikreport transparent gemacht.

Die Datengrundlage: Offen, aber ziemlich belastbar

Damit du verstehst, worauf diese Werte basieren: Die Analyse kommt aus der HTTPArchive-Community – einem offenen Projekt, das Webtechnologien und Performance über Milliarden Seiten hinweg misst. Zwei Hauptquellen fließen ein: zum einen die Chrome User Experience (CrUX), also die anonymisierten Daten echter Chrome-Nutzer; zum anderen Labor-Tests, bei denen Webseiten maschinell durchgecheckt werden. Zusammen ergibt sich ein recht präzises Abbild des „realen“ Netzes.

Ich habe schon öfter in diese Zahlen geschaut, weil sie eines leisten: Sie zeigen nicht die Weichzeichner-Variante aus der Eigenvermarktung der Anbieter, sondern nüchterne Ergebnisse in freier Wildbahn. Und genau dort liegen Welten zwischen den Systemen.

Die Top-Plattformen im Vergleich

Duda: unangefochtener Spitzenreiter

Duda führt seit Monaten die Performance-Charts an – im November 2025 mit einem beeindruckenden 84,87 % Anteil an Websites, die die Core Web Vitals bestehen. Das heißt: Vier von fünf Duda-Websites laufen flüssig, stabil und nutzerfreundlich. In der Praxis deutet das auf ein Ökosystem hin, das Performance nicht als nettes Add-on, sondern als Standard betrachtet. Interessant finde ich, wie konsequent Duda diese Linie seit Jahren hält – kein Höhenflug, kein Absturz, sondern stetige Überlegenheit.

Wix: knapp dahinter, aber solide

Auf dem zweiten Platz liegt Wix mit 74,86 %. Ich erinnere mich, dass Wix früher oft belächelt wurde – vor allem von Entwicklern, die es als „Baukasten für Anfänger“ abtaten. Aber ehrlich gesagt: diese Zahl zeigt, wie konsequent sie an Ladegeschwindigkeit und technischer Optimierung gearbeitet haben. Zehn Prozentpunkte hinter Duda, aber dennoch weit vor den offenen Systemen.

Squarespace: stabil in der Spitzengruppe

Mit 70,39 % reiht sich Squarespace klar in die obere Liga ein. Ihre Seiten wirken visuell schwerer, was typischerweise performance-kritisch ist, aber offenbar optimieren sie gekonnt im Hintergrund. Unter dem Strich gehören die drei bestplatzierten Systeme zu den proprietären Plattformen. Das ist kein Zufall – und ich komme gleich dazu, warum.

Ein Blick auf die Open-Source-Seite

Drupal: Mittelmaß mit Potenzial

Drupal erreicht einen Anteil von 63 %. Das ist solide, aber doch weit entfernt von den Spitzenreitern. Ich würde sagen: typisch für ein System, das enorm flexibel ist, aber auch leicht „überladen“ werden kann. Im falschen Setup macht es dir keine Freude; mit erfahrenen Entwicklern kann es dagegen ganz weit vorne liegen. Hier spielt das menschliche Element eine große Rolle.

Joomla: fällt weiter zurück

Mit knapp 57 % landet Joomla auf Platz fünf. Damit besteht immerhin mehr als die Hälfte der Seiten die Core Web Vitals – aber das reicht eben nicht, um ein positives Signal zu setzen. Auch hier zeigt sich: je offener das System, desto mehr hängt das Ergebnis von der Umsetzung ab. Wer Plugins wild durcheinander installiert, bekommt das als schlechte Performance sofort zurück.

WordPress: das große Sorgenkind

Fast erschreckend ist die letzte Zahl: Nur 46,28 % der WordPress-Seiten bestehen die Core Web Vitals. Damit ist das System das Schlusslicht – und das mit deutlichem Abstand. Besonders bemerkenswert: Es verliert fast zehn Prozentpunkte gegenüber Joomla, das selbst nicht gerade glänzt. Und das in einer Welt, in der WordPress fast 40 % des Webs antreibt.

Natürlich könnte man jetzt sagen: „Klar, das liegt doch an den Nutzern!“, weil jeder Themes, Plugins und Billighosting nach Belieben mischt. Doch genau das ist ja der Punkt. Diese Freiheit hat ihren Preis. Vielleicht bräuchte WordPress so etwas wie einen offiziellen Standard für Performance-Zertifizierungen – ein Gütesiegel, das Theme- oder Plugin-Entwickler dazu zwingt, sich an bestimmte Leistungsgrenzen zu halten. Ohne eine solche Initiative droht WordPress auch künftig, unter seinem eigenen Ökosystemgewicht zu ächzen.

Was dieser Unterschied wirklich bedeutet

Wenn du diese Spanne – 38 Prozentpunkte – einmal auf die echte Nutzerpraxis überträgst, wird klar, was das bedeutet. Stell dir zwei Shops vor, die das gleiche Produkt verkaufen: einer lädt blitzschnell, der andere stottert beim Seitenaufbau. Schon nach Sekunden entscheidet der Kunde, wem er vertraut. Core Web Vitals sind kein Selbstzweck – sie übersetzen sich in Umsätze, Anfragen, Aufenthaltsdauer. Und egal, ob du SEO, SEA oder UX-Optimierung machst: Performance ist immer der unsichtbare Hebel.

Ich persönlich glaube nicht, dass Google speziell „belohnt“, weil du besser lädst. Aber indirekt sorgt die bessere Nutzererfahrung für bessere Engagement-Werte – und die zahlen eben auch in die Rankings ein.

Warum proprietäre Systeme gerade die Nase vorn haben

Was hier wirklich auffällt: Die geschlossenen, proprietären Plattformen punkten durch Kontrolle. Duda, Wix und Squarespace verwalten Server, Code, Caching – alles läuft innerhalb klarer Leitplanken. Der Nutzer kann gar nicht so viel kaputtoptimieren. Das mag weniger frei, aber technisch effizient sein. Offene Systeme hingegen geben dir alles – und überlassen dir die Verantwortung. Wenn du also kein erfahrener Entwickler bist, führt das oft zu suboptimalen Ergebnissen.

In gewisser Weise ist das wie beim Auto: Ein sportlicher Wagen mit Automatik (proprietär) bringt dich zuverlässig ans Ziel, während du beim Schaltwagen (open source) selbst dafür sorgen musst, dass du nicht den Motor abwürgst. Freiheit heißt leider auch Fehlerpotenzial.

Zählen Core Web Vitals fürs Ranking wirklich?

Ich höre diese Frage ständig – und, Hand aufs Herz: Jein. Ja, Google berücksichtigt sie, aber der Effekt ist eher subtil. Ohne guten Inhalt hilft das schnellste Laden nichts. Trotzdem: Eine Website, die in den Core Web Vitals punktet, bietet bessere Interaktionen, niedrigere Absprungraten und mehr Conversions. Technische Sauberkeit ist kein Ersatz für Relevanz, aber sie verstärkt sie.

Manche SEOs schwören darauf, dass ein Sprung in CWV sofort bessere Positionen bringt. Ich selbst sehe eher: Es verbessert die Gesamtwahrnehmung – Nutzer bleiben länger, klicken mehr, empfehlen häufiger. Das gibt Google wiederum positive Signale. Also: kein Wundermittel, aber ein dauerhaftes Fundament.

Wie WordPress den Weg zurückfinden könnte

Aus meiner Perspektive müsste WordPress dringend eine neue Kultur der Performance entwickeln. Im Moment ist alles optional – Performance ist „nice to have“. Aber ohne verpflichtende Richtlinien für Theme- und Plugin-Anbieter wird sich die Statistik nicht ändern. Ein mögliches Zukunftsmodell könnte aussehen wie bei mobilen App-Stores: Wer die Vorgaben nicht erfüllt, kommt gar nicht erst ins offizielle Verzeichnis. Ja, das wirkt restriktiv, aber der Markt belohnt Schnelligkeit.

Eine zweite Chance liegt in moderneren Architekturen: Headless-Setups, Caching auf CDN-Ebene, native Bilderformate wie WebP – all das existiert längst, wird aber nur zögerlich integriert. Wenn WordPress das stärker automatisiert, kann es wieder aufschließen. Ich hoffe ehrlich gesagt, sie nehmen diese Zahlen als Weckruf.

Was das für dich bedeutet

Wenn du gerade ein Projekt planst und zwischen Systemen schwankst, dann überlege genau, welche Prioritäten du hast. Möchtest du maximale Kontrolle und Freiheit, dann ist Open Source nachvollziehbar. Aber wenn dir stabile Performance, Support und geringer Wartungsaufwand wichtiger sind, spricht viel für geschlossene Systeme. Ich behaupte nicht, dass Duda oder Wix perfekt sind – aber sie zeigen, dass Performance kein Hexenwerk ist, wenn ein Anbieter sie ernst nimmt und standardisiert.

Fazit: Leistung ist messbar – und sie entscheidet

Die November-Analyse ist also mehr als eine Tabelle. Sie verdeutlicht, wie Struktur und Philosophie eines Systems über Erfolg oder Frust entscheiden können. Duda, Wix, Squarespace – sie beweisen, dass ärgerfreie, hochschnelle Websites kein Zufall sind. Drupal und Joomla halten sich wacker. WordPress jedoch hat Nachholbedarf – technologisch und organisatorisch.

Vielleicht ist genau das die Lehre: Die Freiheit des Codes hat ihren Preis, und wer sie weiterhin genießen will, muss Verantwortung übernehmen – für saubere Performance, für Effizienz, für Nutzererlebnisse, die begeistern. Denn, seien wir ehrlich, niemand bleibt auf einer Seite, die ruckelt.

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Tom Brigl, Dipl. Betrw.

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