Wenn du versuchst, im Internet Vertrauen aufzubauen und mehr hochwertige Backlinks zu bekommen, stehst du schnell vor der gleichen Herausforderung wie viele andere: Warum sollten Redaktionen, Blogger oder Partner ausgerechnet dich verlinken? Was macht dich glaubwürdig, vertrauenswürdig – also autoritätsstark? Diese Frage ist der Kern vieler erfolgreicher Linkbuilding-Strategien.
Ich habe im Laufe der Jahre gemerkt, dass der entscheidende Schritt oft vor der eigentlichen Outreach-Arbeit passiert. Es geht nicht darum, besseren Text für Anfragen zu schreiben oder schönere Betreffzeilen. Es geht darum, dass du schon im Vorfeld deine eigene Autorität aufbaust – sodass jede Kontaktaufnahme als wertvoll und glaubwürdig wahrgenommen wird. Wenn du das erreichst, bekommst du Links fast automatisch, ohne dich aufdrängen zu müssen.
Warum Autorität der Schlüssel zu erfolgreichen Links ist
In einer Welt, in der Redakteur:innen und Website-Betreibende täglich Dutzende solcher Anfragen erhalten, besteht die Kunst darin, in zwei Sätzen das Wichtigste zu vermitteln: „Ich bin vertrauenswürdig, kompetent und kein Spammer.“ Diese kurze Vorstellung entscheidet oft darüber, ob deine E-Mail überhaupt gelesen wird. Ich nenne diesen Ansatz gern „Bona Fides zeigen“ – sinngemäß: beweise, dass du echt bist.
Bevor du also eine einzige Outreach-Mail verschickst, ist die eigentliche Arbeit: du musst Material schaffen, das deine Autorität beweist. Das sind Dinge, die jeder sehen, überprüfen und schnell einordnen kann. Erst danach folgt der operative Teil – also das Schreiben und Verschicken deiner Anfragen.
Die fünf Grundpfeiler deiner Autorität
Es gibt fünf Bereiche, mit denen du nahezu sofort den Eindruck von Seriosität und Expertise erzeugst:
- Awards und Auszeichnungen
- Medienerwähnungen und Interviews
- Veröffentlichungen in anerkannten Organisationen oder Verbänden
- Beiträge oder Kooperationen mit bekannten Fachkollegen
- Qualifikation und Expertise der Autor:innen auf deiner Website
Das klingt nach Dingen, die man nicht über Nacht erreichen kann – stimmt auch. Aber wenn du sie gezielt aufbaust, wirst du merken, wie dein gesamtes Outreach einfacher wird. Die Quote an positiven Antworten steigt massiv, weil du nicht mehr überzeugen musst: deine Reputation spricht für dich.
1. Awards – mehr als bloß eine Trophäe
Egal ob branchenspezifische Preise, lokale Auszeichnungen oder gesellschaftliches Engagement – jedes sichtbare Zeichen für dein Wirken außerhalb des Internets stärkt deine Autorität. Besonders nützlich sind fremdbestätigte Anerkennungen. Wenn dich z. B. eine regionale Handelskammer, ein Berufsverband oder eine Branchenplattform auszeichnet, kannst du das in deiner Kommunikation erwähnen. Es signalisiert: „Andere halten meine Arbeit für relevant.“
Ein Praxisbeispiel: Eine kleine Agentur, die eine Auszeichnung „Best Digital Startup“ von der örtlichen Wirtschaftsförderung gewann, nutzte diese Information in jeder Outreach-Mail in einem Halbsatz. Das erhöhte die Rückmeldequote ihrer Anfragen um fast 30 %. Es geht nicht um Prahlerei, sondern um einen Ankerpunkt für Vertrauen.
2. Medienerwähnungen – der Turbo fürs Vertrauen
Wenn du es geschafft hast, in der Presse aufzutauchen oder als Expert:in zitiert zu werden – großartig. Aber selbst kleinere Medienerwähnungen zählen. Ein kurzer Beitrag im lokalen Fernsehen, ein Gastinterview im Podcast einer Fachzeitschrift, eine Erwähnung in einem Online-Portal – all das sind Beweise für Sichtbarkeit.
Menschen reagieren stark auf bekannte Markennamen. Ein Satz wie: „Ich wurde kürzlich im Branchenmagazin XY interviewt“ wirkt Wunder. Es verbindet dein Name unbewusst mit der Glaubwürdigkeit des Mediums. Diese Psychologie funktioniert bei Suchmaschinenoptimierer:innen ebenso wie bei Journalist:innen – Menschen trauen, wer schon von anderen ernstgenommen wurde.
3. Veröffentlichungen in Organisationen und Fachverbänden
Ein oft unterschätzter Bereich: Fachliche Beiträge in institutionellen Publikationen. Viele Verbände, Fachorganisationen oder Vereine suchen regelmäßig nach externen Autoren, die Fachthemen beleuchten. Genau hier kannst du punkten. Es muss kein Link entstehen – entscheidend ist, dass du nachweisbar für eine seriöse Quelle geschrieben hast. Das öffnet dir später viele Türen.
Ein Beispiel aus meiner Erfahrung: Eine Mandantin aus dem Bildungssektor durfte einen Artikel im Newsletter einer Lehrergewerkschaft platzieren. Kein typischer SEO-Move, aber Gold wert. Fortan konnte sie sagen: „Unsere Inhalte erscheinen regelmäßig in der Lehrgemeinschaft XY.“ Das allein machte sie sofort glaubwürdiger für Bildungsblogs, die ihre Artikel übernahmen – inklusive Backlinks.
Wenn du später Outreach betreibst, kannst du dich direkt darauf beziehen: „Wir wurden bereits vom Verband ABC eingeladen, dort zu veröffentlichen.“ Diese kleine Erwähnung verändert, wie dich andere einschätzen. Du bist nicht irgendein „Content-Mensch“, sondern Teil ihres Kreises.
4. Kooperationen und Erwähnungen durch Peers
Wenn du einmal von Fachleuten aus deiner Branche eingeladen oder genannt wurdest, nutzt diese Referenz gut. Eine einfache Aufzählung auf deiner Über-uns-Seite reicht oft schon, um künftigen Partnern oder Redakteuren ein Signal zu geben: „Andere respektieren mich, ich spiele in eurer Liga.“
Aber – und das ist wichtig – diese Punkte musst du dir verdienen. Fang klein an, indem du Fachbeiträge auf kleineren, aber anerkannten Blogs publizierst. Suche gezielt Kooperationen im Austausch: du bietest hochwertigen Content, sie geben dir Reichweite. Mit der Zeit entsteht eine Kette von Veröffentlichungen, die wie Referenzen wirken. Diese Liste kannst du dann automatisch in deinen Outreach-E-Mails einbauen.
5. Autorität deiner eigenen Website-Autor:innen
Die Menschen hinter den Inhalten entscheiden heute stärker denn je über Wahrnehmung. Wenn auf deiner Website seriös belegte Fachautor:innen schreiben – etwa Personen mit Berufserfahrung, Forschungshintergrund oder öffentlichem Profil – dann besitzt du sofort ein anderes Standing.
Ein Beispiel: Ich habe einmal eine Kampagne für ein Bildungsportal begleitet. Das entscheidende Argument in der Ansprache war, dass ihr Blogbeiträge von Lehrer:innen mit echter Unterrichtserfahrung geschrieben wurden. Diese Glaubwürdigkeit überzeugte viele Partnerseiten und Schulen, freiwillig auf die Artikel zu verlinken. Es brauchte keine langen Überredungsversuche – Vertrauen war bereits da.
Die Kunst des Auftretens: Deswegen zählt der erste Satz
In einer Outreach-E-Mail solltest du dein Vertrauen in den ersten Zeilen verankern. Statt dich lange vorzustellen, kannst du zum Beispiel direkt schreiben:
„Ich arbeite als Autor:in für [Branchenverband], wir haben kürzlich im Fachmagazin [Name] über [Thema] veröffentlicht…“
Das sind nur Sekunden Lesezeit, aber sie schaffen Respekt. Danach kannst du viel leichter den eigentlichen Pitch formulieren, weil der Empfänger dich nicht mehr als Fremden wahrnimmt.
Und das Schöne daran: Wenn du diese Substanz einmal aufgebaut hast, wirkt sie dauerhaft. Kein aufdringliches Nachfassen, kein mühsames Überzeugen. Die Qualität deiner bisherigen Arbeit trägt dich.
Wie du deine Bona Fides sammelst und sichtbar machst
Am besten sammelst du alles, was deine Vertrauenswürdigkeit nach außen beweist, zentral an einem Ort – idealerweise auf deiner Website. Typischerweise ist das die About-Us- oder Team-Seite. Dort gehören hinein:
- Medienlogos oder Erwähnungen („Bekannt aus …“)
- Liste mit Veröffentlichungen („Zuletzt erschienen in …“)
- Fotos oder Clips von Vorträgen, Branchen-Events, Kooperationen
- Kurze Profile deiner Autor:innen mit ihren Spezialisierungen
Vergiss dabei nicht: Menschen googeln dich, bevor sie reagieren. Wenn deine Seite wie die Visitenkarte einer kompetenten Marke wirkt, musst du in der Outreach-Mail weniger erklären. Der erste Eindruck reicht aus.
Ein persönlicher Tipp aus Erfahrung
Ich habe in frühen Jahren meiner SEO-Laufbahn viele Outreach-Mails verschickt, die ins Leere liefen. Erst als ich anfing, meine eigene Online- und Offline-Präsenz aufzubauen, änderte sich das. Artikel in Fachverbänden, kurze Interviews, ein Logo-Bereich mit „bekannt aus“, all das machte mich zu jemandem, den man kannte. Plötzlich kamen Kooperationen oft ungefragt zu mir. Was du dir also vor jedem Linkaufbau-Projekt fragen solltest: „Würde ich meiner eigenen E-Mail vertrauen?“
Der strategische Weg: zuerst Reputation, dann Outreach
Wenn du diese Vorgehensweise ernst nimmst, sieht dein Prozess künftig so aus:
- Erarbeite echte Leistungen, die dokumentierbar sind (Auszeichnungen, Medienauftritte, Fachbeiträge).
- Bereite alles sauber auf deiner Website auf – visuell und inhaltlich.
- Verwende diese Referenzen dann gezielt in deiner Kommunikation.
Es ist keine schnelle SEO-Hack-Technik. Es ist eher der professionelle Unterbau, den jede nachhaltige Marke braucht. Dafür wirst du aber regelmäßig E-Mails bekommen, in denen Partner dich von sich aus um Zusammenarbeit bitten. Das ist der Moment, in dem Linkbuilding plötzlich angenehm wird – weil Vertrauen die Arbeit für dich macht.
Abschließende Gedanken
Das Schöne an diesem Ansatz: du musst nichts verkaufen, sondern nur zeigen, wer du bist. Die eigentlichen Backlinks sind das Nebenprodukt deines Rufs. Es braucht Übung, Zeit und Geduld – aber jeder Schritt bringt dich auch geschäftlich weiter. Menschen vertrauen Marken, die sichtbar kompetent und echt wirken.
Mein Fazit: Autorität kann man nicht künstlich erzeugen, aber gezielt aufbauen. Wenn du deine „Bona Fides“ strukturiert aufbereitest – durch Awards, Medienpräsenz, Kooperationen und fachlich starke Autor:innen – dann öffnet dir das mehr Türen als jede Massenmailing-Kampagne. Und das Beste daran: Das Vertrauen, das du aufbaust, bleibt. Mit jedem neuen Artikel, jeder echten Anerkennung wächst deine Reputation – und mit ihr ganz automatisch deine Linkbasis.