Studie zeigt: Mehrheit der Marken bleibt für KI-Suchen unsichtbar
Weniger als eine von zehn Marken wird aktuell in generativen KI-Antworten genannt. Eine neue Analyse zeigt, dass die meisten Unternehmen noch keinen Fuß in die Tür des KI-Suchökosystems gesetzt haben – und welche Branchen bereits den Anschluss gefunden haben.
Wie die Untersuchung aufgebaut war
Für die Analyse wurden rund 180 Marken aus fünf Branchen – Gesundheitswesen, SaaS, Finanzdienstleistungen, E‑Commerce und juristische Dienstleistungen – verglichen. Dabei ging es um zwei Dinge:
- Erwähnungen: Wird die Marke in einer KI-Antwort namentlich genannt?
- Quellenangaben: Verlinken die Modelle auf die Domain des Unternehmens?
Die Forscher testeten über 100 000 Prompts in acht KI‑Systemen, darunter ChatGPT, Perplexity, Gemini und Copilot, und kombinierten die Ergebnisse mit klassischen SEO‑Kennzahlen wie Sichtbarkeit und Autorität (z. B. Semrush Authority Score).
1. Kaum Markenpräsenz in KI‑Ergebnissen
Nur etwa 10 % der untersuchten Domains tauchten überhaupt in generativen Antworten auf. Damit ist KI‑Sichtbarkeit derzeit kein Massenthema, sondern bietet frühen Akteuren enormes Potenzial. Wer sich jetzt um Erwähnungen und Zitate bemüht, konkurriert nicht mit der ganzen Branche, sondern nur mit wenigen Vorreitern.
2. Branchenspezifische Unterschiede
Gesundheitswesen, SaaS & Finanzdienstleistungen: häufig zitiert – stark verlinkt
Diese Sektoren profitieren von klaren Entitätssignalen (Markenname + Fachgebiet), validierten Quellen und hoher redaktioneller Reichweite. KI‑Systeme greifen hier bevorzugt auf geprüfte Inhalte und Medienberichte zurück.
E‑Commerce & Retail: Bekannt, aber selten verlinkt
Von Online‑Shops werden Produkte oft erwähnt, doch die Quelle stammt meist von Amazon, Reddit oder Preisvergleichsseiten. Die Hausaufgabe für Händler lautet daher: Content schaffen, den KI‑Modelle direkt zitieren können – etwa hochwertige Produkt‑Ratgeber oder strukturierte Daten auf der eigenen Domain.
Juristische Dienstleistungen: Inhalte zählen, Marke fehlt
Viele Kanzleien liefern Texte, die KI‑Systeme aufgreifen, aber sie werden fast nie als Urheber genannt. Hier fehlt konsistente Markenkennzeichnung – also Autoren‑Profile, strukturierte Daten und exakte Namensnennungen –, um Fachinhalte eindeutig zuzuordnen.
3. Jedes KI‑System arbeitet mit anderen Quellen
Während ChatGPT und Gemini stärker redaktionelle Websites nutzen, verweisen Perplexity und Copilot bevorzugt auf Foren und Q&A‑Plattformen. Eine plattformübergreifende Content‑Präsenz entscheidet, ob eine Marke in bestimmten KI‑Umgebungen überhaupt auftaucht.
4. Personalisierung als neuer Wettbewerbsvorsprung
Tests deuten darauf hin, dass persönliche Google‑Signale (z. B. Gmail‑ oder Standortdaten) die Reihenfolge der genannten Marken beeinflussen. Wer sich früh in die private Ergebniswelt eines Nutzers „einschreibt“, könnte langfristig Sichtbarkeit monopolisieren.
Schlussfolgerung
Die angebliche „KI‑Suchrevolution“ ist noch kein Massenrennen – sie hat gerade erst begonnen. Über 80 % der Unternehmen besitzen bislang keinerlei KI‑Sichtbarkeit. Wer jetzt Struktur in Daten, Expertise und Markenbekanntheit investiert, sichert sich entscheidende Startvorteile für die kommenden Suchgenerationen.