Im April 2026 sorgte ein neuer CTR-Trend bei Googles AI Overviews für Aufsehen: Während die Klickrate auf erwähnte Marken drastisch sank, blieben die tatsächlichen Klicks weitgehend stabil. Die Daten stammen aus einer großangelegten Untersuchung, die über fünf Millionen Suchanfragen analysierte – und sie zeigen, wie Impressionen, Sichtbarkeit und Klickverhalten zunehmend auseinanderdriften.
Was wirklich hinter dem 61%-CTR-Rückgang steckt
Auf den ersten Blick wirkt der Einbruch dramatisch: Die Click-Through-Rate (CTR) auf markenzitierte Seiten sank im vierten Quartal um 61 %. Doch bei genauerem Hinsehen zeigt sich ein anderes Bild: Die Impressionen stiegen deutlich schneller als die Klicks. Mit anderen Worten – die Sichtbarkeit wuchs, aber der Anteil der Klicks wurde rechnerisch kleiner.
Im Oktober verzeichneten die untersuchten Seiten die doppelte Zahl an Impressionen, aber die Klicks blieben nahezu gleich. Die Folge war ein mathematischer CTR-Verlust, kein echter Traffic-Einbruch. Erst im November kam eine reale Klickabschwächung hinzu – ein Hinweis darauf, dass das Nutzerverhalten sich zu verschieben beginnt.
Warum Interpretation wichtiger ist als einfache Zahlen
CTR allein sagt immer weniger aus. Gerade bei den neuen AI Overviews (AIOs), die Suchergebnisse zusammenfassen, entscheidet, ob eine Seite zitiert wird und wie prominent sie dargestellt ist, stärker über Traffic als klassische Ranking-Positionen. Marken müssen daher CTR, Impressionen und Klicks getrennt betrachten, um ihre tatsächliche Performance zu verstehen.
Unsicherheiten in der Datenauswertung
Die Analyse offenbart auch Grenzen: Niemand weiß genau, ob der Anstieg der Impressionen aus Googles Algorithmusänderungen stammt oder ob Marken selbst häufiger als Quellen genannt wurden. Ohne eine tiefergehende Aufschlüsselung auf Query-Ebene bleibt offen, ob die Zuwächse auf echte Sichtbarkeit oder bloß auf eine Ausweitung der AI Overviews zurückgehen.
Wie andere Studien den Trend einordnen
Mehrere Untersuchungen untermauern, dass AIOs organische Klicks tendenziell verdrängen. Studien aus den USA und Deutschland fanden Rückgänge der organischen CTR um bis zu 60 %, wenn KI-Überblicke eingeblendet werden. Entscheidend ist jedoch: Ein Rückgang der CTR bedeutet nicht automatisch weniger Klicks – er kann auch wachsende Reichweite bei gleichbleibender Nutzeraktivität widerspiegeln.
Weitere relevante Beobachtungen
Seiten, die in AI Overviews als Quelle erscheinen, erzielen laut Analysen rund 120 % mehr Klicks pro Impression als ungenannte Seiten derselben Suchergebnisse – bleiben jedoch unter den Werten klassischer Treffer ohne AI-Einblendung. Die neue Dynamik verändert also, wie Erfolg in den Suchergebnissen gemessen werden muss.
Schlussfolgerung: Was Marketer jetzt tun sollten
Ein sinkender CTR-Wert ist kein Grund zur Panik. Erst wenn Klicks und Impressionen gemeinsam ausgewertet werden, zeigt sich, ob wirklich Traffic verloren geht oder sich die Sichtbarkeit einfach anders verteilt. Unternehmen sollten ihre Daten granular analysieren und zwischen Sichtbarkeitszuwachs und tatsächlicher Performance unterscheiden.
Mittelfristig wird entscheidend sein, ob AI Overviews mehr Besucher bringen oder lediglich die Aufmerksamkeit verschieben. Wer die Metriken richtig interpretiert und KI-Zitationen strategisch einbindet, kann auch in der Ära der AI-gestützten Suche profitieren.