Google ALF startet neue Ära der Betrugserkennung

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Google’s neuer KI-Kontrollmechanismus in Google Ads – Ein Blick hinter die Kulissen

Seit einiger Zeit hat Google im Hintergrund ein neues KI-Modell ausgerollt, das in der Lage ist, betrügerische Werbetreibende deutlich präziser zu erkennen als bisherige Systeme. Das Modell nennt sich ALF – Advertiser Large Foundation Model, und es verspricht, Anzeigenbetrug und Verstöße gegen Richtlinien so effektiv wie nie zuvor aufzuspüren. Ich muss zugeben: Als jemand, der sich schon lange mit digitalen Werbeplattformen beschäftigt, hat mich dieser Ansatz überrascht – nicht unbedingt wegen der Technologie an sich, sondern weil Google damit eine ganz neue Schicht an Kontextverständnis in die Betrugserkennung einführt.

Wie ALF aufgebaut ist – ein KI-System mit vielen Sinnen

Im Kern von ALF steckt eine multimodale KI. Das bedeutet, sie kann verschiedene Arten von Daten gleichzeitig auswerten: Text, Bilder, Videos, dazu noch klassische Accountinformationen wie das Alter eines Werbekontos, die hinterlegten Zahlungsdaten oder die bisherige Historie der Anzeigenleistung.

Frühere Systeme sahen vielleicht nur einen Teil dieser Informationen – etwa einzelne Anzeigenmotive oder bestimmte Transaktionsmuster. ALF hingegen schaut sich alles gebündelt an und erkennt Zusammenhänge, die auf den ersten Blick nicht auffallen würden.

Stell dir das wie ein Puzzle vor: Ein einzelnes Teil (z. B. eine abgelehnte Kreditkarte) sagt noch nicht viel aus. Auch ein neues Werbekonto ist nichts Verdächtiges. Aber wenn all diese kleinen Hinweise zusammengesehen werden – zum Beispiel eine frisch angelegte Firma, die unter dem Namen eines bekannten Markenunternehmens Anzeigen schaltet –, ergibt sich plötzlich ein sehr klares Muster. Genau das macht ALF aus: Er versteht Verhalten im Kontext.

Die drei größten Herausforderungen vorheriger Systeme

Die Wissenschaftler hinter ALF beschreiben drei Probleme, an denen ältere Mechanismen regelmäßig gescheitert sind.

1. Datenvielfalt und schiere Informationsmenge

Werbetreibende nutzen Texte, Bilder, Videos, Landingpages – also eine Vielzahl an Formaten. Für frühere Modelle war es schwierig, diese heterogenen Datenarten miteinander zu verknüpfen. Außerdem entstehen bei jedem Konto Unmengen von Datenpunkten. In der Praxis bedeutet das: Selbst fortschrittliche Systeme liefen Gefahr, sich in der Menge zu verlieren oder statistisch zu „überfressen“.

ALF löst das über eine modulare Architektur, die die Daten in komprimierten Repräsentationen (sogenannten Embeddings) abbildet und dadurch trotz der Komplexität den Zusammenhang bewahrt.

2. Unbegrenzte Anzahl an Anzeigenmaterialien

Viele große Advertiser verwalten Tausende von Motiven. Ein Betrüger kann also hunderte saubere Bilder einspielen und mittendrin ein paar täuschende Varianten verstecken. Solche Nadel-im-Heuhaufen-Probleme waren bisher kaum zu lösen. ALF hingegen vergleicht Muster zwischen all diesen Assets und erkennt Unregelmäßigkeiten, die in Relation zur restlichen Sammlung stehen.

3. Verlässlichkeit und Vertrauen

Ein besonders heikler Punkt: Niemand möchte, dass das Konto eines ehrlichen Werbetreibenden fälschlicherweise gesperrt wird. Ein System, das Fehlalarme produziert, ist schlimmer als gar keines. Deshalb musste ALF nicht nur gut im Erkennen, sondern vor allem im Einordnen sein – also mit wie viel Sicherheit ein bestimmter Hinweis wirklich auf absichtliches Fehlverhalten hinweist.

Die Forscher haben dafür hohe Anforderungen an Präzision definiert, um sicherzustellen, dass das KI-Modell keine regulären Nutzer benachteiligt.

Datenschutz als Kernprinzip

Was mir besonders auffiel: Obwohl ALF auf sensible Signale zugreift (wie Abrechnungsdaten oder Kontoaktivität), betont Google, dass das System mit teilweise anonymisierten Datensätzen arbeitet. Alle persönlich identifizierbaren Informationen werden entfernt, bevor die KI ihre Analysen startet.
So beurteilt die KI nicht den Menschen selbst, sondern nur das Verhaltensmuster.

Das klingt in der Theorie gut – ob das in der Praxis immer so konsequent umgesetzt wird, lässt sich von außen schwer überprüfen. Aber zumindest zeigt das, dass Google versucht, zwischen Datenschutz und Betrugserkennung eine Balance zu finden.

Wie ALF abweichendes Verhalten erkennt

Der wohl spannendste Aspekt an ALF ist ein Mechanismus namens Inter-Sample Attention.

Anstatt jeden Werbetreibenden isoliert zu bewerten, vergleicht das Modell Gruppen von Nutzern miteinander. Es schaut, wie „normal“ oder „auffällig“ jemand im Vergleich zu vielen anderen agiert. Dadurch entsteht ein systemweites Bild, das hilft, Ausreißer zu erkennen.

Ein Beispiel: Wenn 99 % aller Händler ihre Anzeigen regelmäßig innerhalb bestimmter Zeiten schalten und ein neues Konto plötzlich andere Muster zeigt – etwa unregelmäßige Peaks mitten in der Nacht kombiniert mit ständig wechselnden Domains –, fällt das Modell auf.

Dieses Prinzip erinnert mich an Verhaltensanalysen im Finanzsektor, wo Banken anhand von Transaktionsmustern Geldwäsche erkennen – nur, dass ALF eben die Muster des digitalen Werbeverhaltens durchkämmt.

Wie gut ist das System wirklich?

Laut interner Tests übertrifft ALF die bisherigen Produktionssysteme deutlich. Google spricht von einem Leistungszuwachs von über 40 Prozentpunkten bei der Erkennung von Rule-Verstößen und fast 99,8 % Präzision bei bestimmten Kategorien.

Mich hat vor allem beeindruckt, dass diese Zahlen nicht aus einer Laborumgebung stammen, sondern aus dem laufenden Echtbetrieb von Google Ads. Das Modell ist also keine Forschungsspielerei, sondern läuft bereits aktiv und analysiert Millionen von Anzeigenanfragen täglich.

Natürlich existieren trade-offs: ALF ist größer und dadurch etwas träger. Die Rechenzeit (Latenz) ist höher, aber laut den Forschern trotzdem im akzeptablen Bereich – und kann durch spezielle Hardware weiter beschleunigt werden. In einem Produktionssystem wie Google Ads sind Millisekunden entscheidend, weshalb solche Kompromisse genau abgewogen werden müssen.

Was das für ehrliche Werbetreibende bedeutet

Für die meisten seriösen Unternehmen hat das Update vermutlich eher Vorteile. Wenn etwa betrügerische Konkurrenten mit Markenbegriffen anderer Firmen werben oder Nutzer auf gefälschte Shops locken, greift ALF hier schneller ein.

Aber: Ein völlig fehlerfreies System gibt es nicht. Selbst bei 99,8 % Genauigkeit existieren Fehlentscheidungen. Bei Millionen von Ads täglich können das immer noch Tausende von Fällen sein. Darum bleibt auch der manuelle Überprüfungsprozess ein wichtiger Bestandteil.

Spannend ist außerdem, dass Google ausdrücklich schreibt, ALF könne in Zukunft für andere Zwecke weiterentwickelt werden – etwa für Audience Modeling oder die Optimierung kreativer Anzeigen. Denkbar wäre also, dass die gleiche Grundlage eines Tages nicht nur Betrüger erkennt, sondern auch hilft, erfolgreiche Anzeigen zu gestalten.

Ein neuer Standard in der Betrugserkennung?

Mir persönlich zeigt dieses Projekt, wohin die Reise geht: Weg von einfachen Regeln, hin zu umfassenden, kontextbasierten Modellen. Anstatt nach konkreten Verstößen zu suchen („Dieser Link ist verboten“), schaut die KI allgemein auf Muster und Wahrscheinlichkeiten.

Das ist mächtig – aber auch riskant, weil solche Systeme oft wie „Black Boxes“ agieren. Selbst Experten sehen manchmal nicht genau, warum eine Entscheidung getroffen wurde. Google betont zwar, ALF sei intern überprüfbar, doch die Öffentlichkeit hat darauf kaum Einblick.

Ein weiteres Thema ist die Fairness: Wer zum Beispiel ein legitimes Startup mit ungewöhnlichem Werbeverhalten gründet, könnte von der KI fälschlicherweise als verdächtig angesehen werden. Die Balance zwischen Kontrolle und Offenheit bleibt also eine ständige Herausforderung.

Was ALF über Googles Richtung verrät

Aus meiner Sicht spiegelt ALF zwei übergeordnete Trends wider:

1. **Ganzheitliche KI-Systeme:** Anstatt einzelne Aufgaben (z. B. Spamfilter oder Richtlinienprüfung) separat zu behandeln, integriert Google verschiedenste Datenflüsse. Ads, Inhalte, Zahlungen – alles verschmilzt zu einem Gesamtverständnis des „Advertiser-Verhaltens“.
2. **Verantwortung durch Design:** Google versucht, KI nicht nur leistungsfähig, sondern auch nachvollziehbar und sicher zu gestalten – zumindest im theoretischen Rahmen.

Mich erinnert das stark an Entwicklungen im Suchalgorithmus selbst. Auch dort geht es immer weniger um einzelne Faktoren und immer mehr um ganzheitliche Muster – Content, Nutzerintention, Kontext.

Ein Ausblick

Laut den Forschern soll das Modell weiter wachsen. Zukünftig will Google „temporale Dynamiken“ besser verstehen – also Zeitverläufe und Veränderungen im Verhalten. Damit könnte ALF nicht nur aktuelle Verstöße erkennen, sondern sich an neu entstehende Betrugstrends anpassen.

Außerdem deutet das Team an, dass ALF langfristig auch in anderen Bereichen eingesetzt werden könnte, wie etwa in der kreativen Optimierung oder beim Erstellen von Nutzergruppen für Kampagnen-Targeting. Das würde einen Paradigmenwechsel bedeuten: Dieselbe Technologie, die heute Betrug bekämpft, könnte morgen helfen, Anzeigen effizienter zu machen.

Mein Fazit

Ich sehe in ALF einen bedeutenden Schritt für die gesamte Werbebranche. Google nutzt endlich das, was Large Foundation Models wirklich können: Muster erkennen, die jenseits menschlicher Aufmerksamkeit liegen.

Was das für das Ökosystem heißt, lässt sich nur ahnen. Eines ist aber klar: Wer heute in Google Ads arbeitet, sollte verstehen, dass Entscheidungen zunehmend von KI-Systemen abhängen, die komplexe Zusammenhänge auswerten.

Transparenz bleibt hier der Knackpunkt. Ich hoffe, Google schafft es, einerseits die Betrüger konsequent auszusortieren und andererseits eine faire Fehlerkultur aufrechtzuerhalten. Denn bei aller Technik – am Ende geht es um Vertrauen, und das lässt sich nicht algorithmisch erzwingen.

Zusammengefasst:
ALF vereint riesige Datenmengen aus Text, Bild, Video und Kontoinformationen zu einem ganzheitlichen Verständnis des Werbetreibenden. Es erkennt Muster, die auf betrügerisches Verhalten hindeuten, arbeitet mit datenschutzgerechten Prozessen und übertrifft bisherige Systeme um ein Vielfaches. Gleichzeitig wirft es Fragen auf – über Transparenz, Fairness und die künftige Rolle solcher KI-Strukturen im globalen Werbeökosystem.

Ich finde, das ist eines dieser seltenen Beispiele, in denen maschinelles Lernen nicht nur wie ein weiteres Buzzword klingt, sondern tatsächlich zu messbar besseren Ergebnissen führt – sofern man es verantwortungsvoll einsetzt.

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Tom Brigl, Dipl. Betrw.

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