Ganz ehrlich – die Zeiten, in denen Linkbuilding einfach nur hieß, möglichst viele Backlinks zu sammeln, sind lange vorbei. Das alte Einmaleins der Suchmaschinenoptimierung funktioniert nicht mehr. Wenn du 2026 als Marketing‑Verantwortliche*r oder Unternehmer*in noch dieselben Taktiken nutzt wie vor zehn Jahren, verbrennst du schlicht Budget. Heute geht es bei seriösem Linkbuilding um Sichtbarkeit, Glaubwürdigkeit und darum, wie deine Marke von Künstlicher Intelligenz wahrgenommen wird.
Warum sich Linkbuilding komplett verändert hat
Früher haben viele Agenturen blind auf Kennzahlen wie Domain Rating oder Domain Authority gestarrt. Hauptsache, der Link kam von einer Website mit „hohem Wert“. Ob diese Seiten tatsächlich Leser hatten oder ob der Content sinnvoll war, interessierte kaum jemanden. Doch Suchmaschinen sind inzwischen viel schlauer – und Large‑Language‑Modelle wie ChatGPT oder Perplexity werten Inhalte aktiv aus. Links sind nicht mehr bloß Signale, sie dienen als Belege für Kompetenz und Vertrauen.
Wenn eine KI Informationen über eine Marke zieht, schaut sie, wer über dich spricht und in welchem Kontext. Schlechte Links bringen da nichts, sie schaden sogar. Aus meiner Erfahrung zahlen sich wenige, aber relevante Erwähnungen auf nischenpassenden, lebendigen Seiten langfristig viel stärker aus als hundert billige Backlinks.
Anders gesagt: Gute Verlinkungen erzeugen heute zwei Arten von Sichtbarkeit – in klassischen Suchergebnissen und in AI‑generierten Antworten. Und nur, wenn du beide Ebenen bespielst, bleibst du konkurrenzfähig.
Woran du eine wirklich gute Linkbuilding‑Agentur erkennst
1. Sie denkt in AI‑ und Marken‑Sichtbarkeit, nicht in Positionsnummern
Top‑Agenturen analysieren längst, wo eine Marke in generativen Suchergebnissen auftaucht. Sie betrachten Links als Zitationssystem – also als Beweis, dass dein Unternehmen Fachwissen liefert. Wenn du eine Agentur auswählst, frage ganz gezielt: „Könnt ihr mir konkrete Beispiele zeigen, in denen eure Kund*innen in AI‑Antworten erwähnt werden?“ Wenn darauf Schweigen folgt, such weiter.
2. Sie setzt auf Digital PR und eigene Inhalte
Linkbuilding ohne Content funktioniert nicht mehr. Gute Agenturen erstellen sogenannte Linkable Assets – Studien, Tools, Kalkulatoren, Infografiken – also Dinge, die andere Branchenmedien freiwillig zitieren. So entstehen natürliche Links, die auf Dauer auch von KI‑Systemen als glaubwürdig erkannt werden. Ich erinnere mich an einen SaaS‑Kunden, der schlicht einen Gehaltsrechner veröffentlichte – dieser wurde plötzlich in Fachartikeln und Blogs zitiert und brachte mehrere tausend Besucher im Monat.
3. Transparenz ist Pflicht
Agenturen, die ihre Quellen und Preise offenlegen, darfst du ernst nehmen. Sie erklären, wie sie Publisher prüfen, welche Reichweite Seiten haben und wie Anchor‑Texte gewählt werden. Sie schicken dir keine kryptischen Reports, sondern Dashboards, in denen du jeden Schritt nachvollziehen kannst. Wenn dir jemand 100 Links für 500 Euro verspricht – sofort Abstand nehmen. Seriöses Linkbuilding kostet Geld, weil echte Redaktionelle Arbeit dahinter steckt.
Rote Fahnen: Zeichen, dass du besser wegläufst
1. Sie versprechen Platz 1
Niemand kann Rankings garantieren. Wer dir das innerhalb fester Fristen zusagt, hat das Prinzip von Suchalgorithmen nicht verstanden oder nutzt Manipulationen, die dich später abstrafen können.
2. Sie arbeiten mit PBNs und Linkfarmen
Private‑Blog‑Networks sind nach wie vor beliebt, aber riskant. Diese künstlich aufgebauten Webseitenketten verstoßen gegen Google‑Richtlinien. Kurzzeitig mag das ein paar Positionen bringen, doch mittelfristig vernichtest du deine Domain‑Reputation.
3. Standardisierte Massen‑Mails
Ich erkenne sie sofort: dieselbe Betreffzeile, derselbe Satzbau, kein persönlicher Bezug. So etwas landet direkt im Spam. Erfolgreiche Outreach‑Kampagnen sind individuell, relevant und zeigen echten Mehrwert für den Empfänger. Wenn dir eine Agentur stolz ihre „hunderttausend Kontakte“ präsentiert, ohne zu erklären, wie sie Personalisierung sicherstellt – Finger weg.
4. Links verschwinden nach einigen Wochen
Ein gutes Zeichen für Qualität ist, ob Links dauerhaft bestehen bleiben. Viele Billiganbieter platzieren Inhalte auf kurzlebigen Seiten oder in Gastbeiträgen, die nach ein paar Monaten gelöscht werden. Ein professioneller Partner überwacht die Linkstabilität und ersetzt verlorene Links automatisch.
Fragen, die du vor Vertragsabschluss stellen solltest
Wie prüft ihr Publisher? – Relevante Antwort: Sie bewerten Traffic, Themenbezug, technische Gesundheit und keine Spam‑Signale.
Welche konkreten Ergebnisse habt ihr in AI‑Überblicken erzielt? – Damit erkennst du, ob sie im Jahr 2026 angekommen sind oder noch im klassischen SEO‑Denken von 2015 festhängen.
Wann kann ich erste Resultate erwarten? – Seriös ist eine Spanne von drei bis sechs Monaten für sichtbare Verbesserungen. Wer „Sofortergebnisse“ verspricht, zielt auf Shortcuts.
Wie messt ihr Erfolg? – Nicht über Domain‑Rating allein, sondern über Traffic‑Zuwachs, Leads und Markenbekanntheit.
Habt ihr eine Ersatzrichtlinie, wenn Links verschwinden? – Professionelle Agenturen sichern ihre Arbeit ab und pflegen ihre Linkdatenbank aktiv.
Wie Erfolg heute wirklich aussieht
Ein Beispiel aus der Praxis: Ein großes SaaS‑Unternehmen kam mit dem Wunsch, seinen organischen Traffic zu steigern. Statt massenhaft Links einzukaufen, begannen wir mit thematisch sauberen Inhalten, die andere Plattformen gern aufnahmen. Hochwertige Erwähnungen auf Tech‑Portalen wie Crunchbase oder G2 sorgten dafür, dass das Unternehmen innerhalb eines Jahres seine Besucherzahlen fast verdoppelte. Mehr Sichtbarkeit, mehr Leads – und das nachhaltig.
Fazit: Wähle Partner, die die Zukunft verstehen
2026 bedeutet Linkbuilding weit mehr als Verlinkungen und klassische SEO. Es geht um digitale Reputation, um Erwähnungen in Lernmodellen und um Vertrauensaufbau bei echten Nutzer*innen. Wer noch mit dem Werkzeugkasten von gestern arbeitet, verspielt die Zukunft. Achte bei der Auswahl einer Agentur auf Offenheit, strategisches Denken und messbare Ergebnisse in der neuen, KI‑gestützten Suchwelt. Dann baust du dir kein Kartenhaus, sondern eine Marke, die dauerhaft sichtbar bleibt.