Zugriff ist neues Kapital im SEO: So bleiben Sie sichtbar

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Manchmal fühlt es sich so an, als würde sich die SEO-Welt mit Lichtgeschwindigkeit drehen. Gerade wenn du denkst, du hast die großen Veränderungen verstanden, überrascht dich Google mit einer neuen Wendung. Diese Woche ist da keine Ausnahme: KI wird persönlicher, Bots bekommen neue Regeln – und die Domain, unter der du veröffentlichst, kann plötzlich deine Sichtbarkeit beeinflussen. Drei Entwicklungen, die auf den ersten Blick unterschiedlich wirken, gehören in Wahrheit zur gleichen Geschichte: Wer Zugriff hat – auf Daten, auf Websites, auf Vertrauen – gewinnt. Und wer diesen Zugriff blockiert oder verliert, verliert Sichtbarkeit.

Wenn Google dich besser kennt als du denkst

Die große Schlagzeile der Woche lautet: Google hat begonnen, Gmail und Google Photos mit seinem sogenannten AI Mode zu verbinden. Das bedeutet, die KI kann künftig bei Suchanfragen auf deine persönlichen E-Mails und Bilder zugreifen – wenn du das ausdrücklich erlaubst. Diese Funktion, intern „Personal Intelligence“ genannt, soll Antworten liefern, die zu deinem Leben passen. Also nicht mehr: „Was ist das beste Hotel in Paris?“, sondern: „Welches Hotel passt zu meinen vorherigen Buchungen und meinem Reiseverhalten?“

Was nach Komfort klingt, ist in Wahrheit ein Paradigmenwechsel. Die Suchmaschine, die einst nur öffentlich zugängliche Seiten durchforstet hat, beginnt nun, private Daten einzubeziehen. Google betont natürlich, dass diese Informationen nicht zum Training der Modelle verwendet werden. Aber: sie fließen aktiv in Ergebnisse ein. Für dich als Nutzer bedeutet das, dass du weniger eintippen musst – und für dich als SEO, dass klassische Suchanfragen verschwimmen.

Ich habe bei mir selbst beobachtet, dass ich durch solche Tools formelhafter frage, weniger Kontext gebe, weil ich denke: „Die KI weiß ja, was ich meine.“ Genau hier entsteht die Herausforderung. Wenn NutzerInnen aufhören, ausformulierte Fragen zu stellen, werden Suchbegriffe kürzer, unpräziser, vieldeutiger. Es wird für uns alle schwieriger, gezielt Inhalte für Long-Tail-Keywords zu optimieren. Auf einmal konkurrierst du mit maschinell erzeugten Antworten, die aus Nutzerdaten gespeist werden, nicht mehr nur mit anderen Websites.

Was das Vertrauen angeht

Die Reaktionen in der SEO-Community auf dieses Update sind gemischt. Viele finden die Idee faszinierend – personalisierte Ergebnisse, die wirklich helfen, zum Beispiel bei Reiseplanung oder Online-Einkäufen. Gleichzeitig herrscht Skepsis: Wie sicher sind meine privaten Informationen, wenn ich Gmail, Drive und Photos mit einer generativen KI verknüpfe? Ein Experte brachte es schön auf den Punkt: „Personalisierung funktioniert nur, wenn Vertrauen vor Intelligenz kommt.“ Das beschreibt das Dilemma präzise.

Wenn du im Marketing arbeitest, kennst du dieses Spannungsfeld. Nutzer wollen Relevanz – aber keine Transparenz über ihre persönlichen Daten aufgeben. Meine Einschätzung: Google testet hier bewusst, wie weit die Akzeptanz geht. In ein, zwei Jahren wird das Maß an Personalisierung wohl Standard sein. Das bedeutet, dass du Inhalte stärker auf Kontext-Cluster optimieren musst, nicht nur auf Keywords. Also etwa: Deine Seite muss in verschiedensten Beziehungen als relevant gelten – nicht für ein Keyword, sondern für Themenfelder im Gesamtbild.

KI-Bots: Wer darf rein und wer nicht?

Der zweite große Trend dieser Woche betrifft die unsichtbaren Besucher deiner Website: die KI-Crawler. Ein Hostinganbieter hat über 60 Milliarden Bot-Anfragen analysiert und festgestellt: Während viele Seiten sogenannte Trainings-Bots (z. B. GPTBot von OpenAI) zunehmend blockieren, dürfen Such-Bots wie der Googlebot oder der neue OpenAI SearchBot weiter zupfen. Die Begründung liegt auf der Hand – die einen kratzen Inhalte zum Modelltraining ab, die anderen helfen bei der Indexierung oder beim Abrufen in Echtzeit.

Eine kleine Anekdote aus meiner Erfahrung: Ich habe im letzten Jahr bei mehreren Kundenprojekten gesehen, dass plötzlich 70 % des Traffics aus unbekannten User-Agents kam. Nach kurzer Analyse stellte sich heraus – KI-Scraper. Das Ergebnis: Hebt man keine Schutzvorkehrung in der robots.txt an, verbrät man Serverressourcen an Bots, ohne dass irgendein Nutzen entsteht. Gleichzeitig darf man aber nicht zu hart blocken, sonst verschwindet man aus generativen Suchergebnissen, z. B. im ChatGPT-Browsing oder Copilot.

Die Lösung ist, fein zu unterscheiden. Viele Profis empfehlen, Trainings-Bots zu verbieten, aber Search-Bots zuzulassen. Diese Trennung erfordert allerdings technisches Feingefühl: dynamische Bots-Listen, Logfile-Analyse und regelmäßige Aktualisierung der Disallow-Regeln. Wenn man es gut macht, bleibt man auffindbar, schützt aber sensible Daten vor unkontrollierter Nutzung in fremden KI-Modellen.

Was die Zahlen bedeuten

Nach aktuellen Daten liegt die Abdeckung des GPTBots bei nur rund 55 %, Tendenz sinkend. Vor einem halben Jahr war es fast doppelt so hoch. Der OpenAI-Suchbot wächst dagegen stetig. Googlebot bleibt mit rund 70 % konstant. Das zeigt: Die BetreiberInnen von Websites werden wählerischer. Man will schon in KI-Ergebnissen vorkommen, aber man will nicht, dass der eigene Content massenhaft in Modelle eingespeist wird, ohne Kontrolle oder Vergütung. Und ehrlich gesagt: Diese Haltung ist nur logisch.

Ich glaube, dass wir hier einen neuen Layer der SEO-Optimierung bekommen. Vor fünf Jahren war das Entscheidende, wie Google dich liest. Jetzt musst du entscheiden, welche Maschinen dich überhaupt lesen dürfen – und unter welchen Bedingungen. Der Wettbewerb um Sichtbarkeit verlagert sich langsam von Inhalt vs. Inhalt zu Zugriff vs. Schutz.

Freie Subdomains – kein guter Deal

Das dritte Thema der Woche klingt erstmal technischer, ist aber für viele entscheidend, die mit kleinem Budget starten. Google-Mann John Mueller hat bestätigt: Kostenlose Subdomain-Hostingdienste sind aus SEO-Sicht problematisch. Wenn du deine Seite z. B. auf irgendwas wie meinprojekt.superfreehost.com betreibst, leidet deine Sichtbarkeit – selbst wenn deine Inhalte stark sind.

Muellers Begründung ist einfach und ehrlich: Solche Plattformen sind häufig Sammelbecken für Spam. Sobald der Großteil der Subdomains minderwertige Inhalte enthält, sieht Google das gesamte Netzwerk skeptisch. Dein sauberer kleiner Blog wird automatisch mit den „unguten Nachbarn“ in einen Topf geworfen. Und ja, Suchsysteme sind inzwischen sehr klug in der Feinabstimmung, aber nicht unfehlbar.

Ich erinnere mich, wie vor Jahren viele Leute auf kostenlosen Blogdiensten angefangen haben und dann verzweifelt sind, weil sie trotz solider Texte keine Rankings erzielt haben. Heute gilt das Gleiche, nur feiner: Google betrachtet auch die Umgebung deiner Domain. Ein bewusster Domainkauf ist also keine reine Markenfrage – es ist eine Qualitätsaussage gegenüber der Suchmaschine. Oder, um Muellers Metapher zu bemühen: Wer seine Werkstatt in einem heruntergekommenen Viertel eröffnet, darf sich nicht wundern, wenn Kunden zögern, hereinzukommen.

Aus meiner Sicht ist das mehr als nur technischer Rat. Es ist ein kultureller Hinweis: Qualität signalisiert sich auch über Infrastruktur. Wer kostenlose Subdomains nutzt, sendet unbewusst das Gegenteil. Daher mein praktischer Tipp: Selbst wenn du noch keine fertige Strategie hast, miete früh eine eigene Domain und richte saubere Hostingstrukturen ein. SEO beginnt mit Architektur, nicht mit Keywords.

Der rote Faden: Zugang ist das neue Kapital

Schaut man auf diese drei Entwicklungen gemeinsam, entsteht ein spannendes Muster. Alles dreht sich um Zugang – wer ihn gewährt, wer ihn verliert, wer davon profitiert.

Google öffnet seine Tore: Es lässt die KI in persönliche Datenräume hinein, um relevantere Antworten liefern zu können. Website-Betreiber schließen zunehmend Türen, um ihre Inhalte zu schützen. Und zugleich mahnt Google, dass man mit den falschen Nachbarn überhaupt keinen Eingang zur Suchmaschine bekommt. Die neue Leitfrage für uns alle lautet also: Wem öffnest du – und wem verweigerst du – den Zugang zu deinen Daten, deinen Inhalten, deinem Ökosystem?

Für Content-Strategen bedeutet das, dass technische Entscheidungen – wie robots.txt, Domainwahl, Tracking-Einstellungen – plötzlich strategische Kernfragen sind. Früher war das „Plumbing“, also Backend-Aufgabe. Heute formt es den Erfolg deiner Sichtbarkeit. Vielleicht müssen SEOs künftig so denken wie Stadtplaner: welche Wege führen hinein, welche raus, und wie reguliere ich den Verkehr?

Was du jetzt konkret tun kannst

  • Überprüfe deine Robots-Datei: Wer darf überhaupt auf deinen Server zugreifen? Halte die Liste sauber und dokumentiere Änderungen.
  • Verfolge Bot-Aktivitäten regelmäßig: Mit einfachen Tools oder Logfile-Analysen kannst du ungewöhnliche Crawling-Spitzen erkennen.
  • Investiere in eine eigene Domain: Selbst wenn du noch experimentierst – baue auf stabilem Fundament.
  • Beobachte Googles AI Mode: Teste, wie sich personalisierte Antworten auf deine Ziel-Keywords auswirken. Eventuell entstehen neue Query-Muster.

In meinen Projekten sehe ich, dass sich Sichtbarkeit zunehmend verschiebt: nicht hin zu „mehr Content“, sondern hin zu „richtiger Zugang“. Das ist leiser, aber strategisch tiefgreifend. Wer früh versteht, dass SEO heute auch ein Spiel aus Öffnen und Abschotten ist, kann langfristig punkten – auch ohne ständig am Algorithmus hinterher zu rennen.

Zugegeben, es gibt viele Variablen. Manche Entwicklungen beunruhigen mich tatsächlich: Wenn Google durch Zugriff auf persönliche Daten Antworten baut, entsteht ein Bereich, den wir gar nicht mehr beeinflussen können. Wir wissen nicht, welche Mechanismen dort wirken, welche Werbung, welche Filter. Das macht SEO gleichzeitig spannender und undefinierbarer. Aber genau das ist der Punkt: Die Aufgabe verschiebt sich von Kontrolle zu Verständnis.

Während KI-basierte Systeme den Suchraum verändern, bleibt eines unverändert: Menschen suchen Antworten, die ihnen vertrauenswürdig erscheinen. Und Vertrauen entsteht nicht durch Tricks oder Plugins, sondern durch nachvollziehbare Geste – stabile Domains, klare Bots-Strategien, respektvoller Umgang mit Daten. Vielleicht ist das die wahre „Optimierung“: nicht für Maschinen, sondern für ein System, das von Menschen definiert und beaufsichtigt wird.

Mein Fazit nach dieser Woche: Ob Google persönliche Kontexte nutzt, Bots geblockt werden oder Domains bewertet werden – alles dreht sich um Beziehung. Zwischen Nutzer und KI, zwischen Website und Suchmaschine, zwischen dir und deinem Publikum. Wenn du diese Beziehungen aktiv gestaltest statt nur auf Updates zu reagieren, bleibst du sichtbar – in jedem Algorithmus.

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Tom Brigl, Dipl. Betrw.

Ich bin SEO-, E-Commerce- und Online-Marketing-Experte mit über 20 Jahren Erfahrung – direkt aus München.
In meinem Blog teile ich praxisnahe Strategien, konkrete Tipps und fundiertes Wissen, das sowohl Einsteigern als auch Profis weiterhilft.
Mein Stil: klar, strukturiert und verständlich – mit einem Schuss Humor. Wenn du Sichtbarkeit und Erfolg im Web suchst, bist du hier genau richtig.

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